Orvieto und der Felsen: seit jeher eins. Die geographische Begrenzung erlaubte der Stadt zum einen, sich auch ohne Stadtmauern frei zu entwickeln; zum anderen führte sie zu einer Überlagerung der einzelnen Wachstumsphasen der Besiedlungen. Lassen Sie sich von der Reise durch 3000 Jahre Vergangenheit faszinieren.
ORVIETO DER ETRUSKER Erste Beweise für Leben auf dem Felsen stammen aus der Eisenzeit. Vom Zauber der Stätte gefangengenommnen, ließen sich die Etrusker dauerhaft nieder und verwandelten den Tuffstein in eine Stadt namens "Velzna", die zwischen dem 7. und 3. Jhr. v. Chr. an Bedeutung gewann. lhre Blütezeit erlebte sie im 6. und 5. Jhr v. Chr., darauf weisen Funde sehr reger Bautätigkeit hin. Anfänglich noch von der sozioökonomischen Krise des 5. Jhr. verschont, fielen die Römer 264 v. Chr. schließlich in Velzna ein und machten die Stadt dem Erdboden gleich. Deren Einwohner wurden nach "Volsinii Novi", dem heutigen Bolsena umgesiedelt.
ORVIETO DES MITTELALTERS Bis zum 6. Jhr. n. Chr. seiner selbst überlassen, wird der Felsen mit den Barbareninvasionen wieder zum idealen Siedlungsort. So beginnt im 5. Jhr. eine lange Periode des Wiederaufbaus der Stadt, die fortan „urbs vetus“ (also bereits "antike Stadt") genannt wird, wovon Orvieto" abgeleitet wurde. Um das Jahr 1000 bestehen feudale langobardische Ordungsstrukturen, doch bereits 1137 wird der Stadtstaat ausgerufen, der seine Blüte im 13. und 14. Jahrhundert erlebt. Die Bevölkerung setzte sich aus Handwerkern, Kaufleuten, Kleinbauern mit Grundbesitz und nur wenigen Adligen zusammen.
MAURIZIO, EINES DER ERSTEN AUTOMATISCHEN UHRWERKE Maurizio ist eine Bronzestatue, die im 1347 fast in Lebensgröße erfertigt wurde: er regelte die Arbeitszeit der Dombauarbelter.
ORVIETO, DAS MODERNE Die Stadtherrschaft Orvietos präsentiert sich dem modernen Zeitalter zum einen durch die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des Papstes und den Imperialisten, zum anderen durch die schwarze Pest des Jahres 1348 geschwächt und wird innerhalb kurzer Zeit dem Kirchenstaat angegliedert. lm 14. und 15. Jhr. hingegen blüht die Stadt auf und erstrahlt als Papstresidenz wieder in ihrem alten Glanz. Architekten ersten Ranges geben ihr in jener Zeit ein neues Gesicht. Etwas abgeschwächt hält diese Entwicklung über die folgenden Jahrhunderte an und verstäkt sich noch einmail kurz nach der Annexion durch das italienische Königreich im Jahre 1860.
FERTIGSTELLUNG DES DOMES In dieser Epoche wird der Dom fertiggestellt. Zuletzt werden die Marmoraltare der Heiligen drei Könige (Simone Mosca und Raffaello da Montelupo) und der Hochaltar Marias Heimsuchung (Simone und Francesco Mosca) angebracht. Der hölzerne Chor wird vom Kirchenschiff auf die Empore verlagert. 1590 wird auch die Fassade mit den letzten Fialen vervollständigt.
ORVIETO IM UNTERIRDISCHEN Die Geschichte Orvietos setzt sich in seinem dunklen, gewundenen, endlosen Untergrund fort: Orvieto, über fast 3000 Jahre auf dem Felsen erbaut, befindet sich praktisch auf einer unterirdischen Stadt, die in der gleichen Zeitspanne aus dem weichen Tuffsockel gehöhlt wurde.
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